Finanzierung! Wir erleben es immer wieder: Gründer*innen stürzen sich völlig unvorbereitet in das „Abenteuer Selbständigkeit“. Sie sind der Meinung, gute Fachkenntnisse und Berufserfahrung sind ausreichend. Ein Trugschluss! Nur weil Du beispielsweise ein guter Schreiner bist und diesen Beruf schon lange ausübst, heißt das doch noch lange nicht, dass Du Ahnung von der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) oder Deiner Buchhaltung hast. Beides sind gute Beispiele für Pflichten, die jedes Unternehmen treffen. Welpenschutz gibt es weder bei der Datenschutzbehörde, noch beim Finanzamt.

Du solltest Deine Gründung bitte nicht als Abenteuer betrachten, sondern sie ernst nehmen. Schließlich willst Du von Geschäftspartnern auch ernst genommen werden und Dein Unternehmen bildet die Grundlage für Deinen Lebensunterhalt.

Die Finanzierung für Dich

Ein Aspekt, der häufig verkannt wird, ist die Unternehmensfinanzierung. Da wird mal abends schnell am Küchentisch eine Milchmädchenrechnung – meinetwegen auch eine Milchbubenrechnung- über die zu erwartenden Kosten für Betriebsmittel und Investitionen (ohne das hier eine Abgrenzung erfolgt) aufgestellt. Wichtige Positionen, wie Krankenversicherung, Umsatzsteuer, Steuervorauszahlungen, Steuerberater und Marketing werden vergessen oder völlig falsch eingeschätzt. Andererseits überschätzen Gründer*innen die Einnahmen in den ersten Monaten maßlos.

Nicht umsonst unterstützt die Agentur für Arbeit Gründer*innen für 6 Monate und länger mit einem Gründungszuschuss. Die Erfahrung lehrt, dass im ersten Jahr nicht mit nennenswerten Einkünften zu rechnen ist. Und wenn es dann noch zu unvorhergesehenen Ereignissen kommt, dann ist das Geschrei groß. Es muss ja nicht immer gleich eine Pandemie sein – aber es kann! Du würdest ja auch nicht mit 10 Euro in der Tasche in den Supermarkt fahren, um Deinen Wocheneinkauf zu erledigen und anschließend noch zu tanken.

Was kommt – die Rentabilitätsvorschau zur Finanzierung

Wir empfehlen Dir daher, dass Du vor Aufnahme Deiner Selbständigkeit eine Rentabilitätsvorschau erstellst. Diese beinhaltet eine Liquiditätsplanung für mindestens 24, besser 36 Monate, eine Investitionsplanung und eine Gewinn- und Verlustrechnung anhand derer Du auch Deine Steuerlast abschätzen kannst. Bei einer soliden Finanzierung ist darauf zu achten, dass Du ohne Einnahmen mindestens 6 Monate überleben kannst. Mindestens! Wenn Du also Kosten für Deine Privatentnahme, Deine Krankenversicherung und Deine betrieblichen Fixkosten von 4.000 Euro im Monat hast, sollstest Du stets über eine Liquiditätsreserve von 25.000 bis 30.000 Euro verfügen. Hinzu kommt das Kapital für geplante Investitionen.

Der Weg zu einer bedarfsgerechten Finanzierung ist dabei gar nicht so kompliziert, wie Du vielleicht denkst. Die KfW oder auch die Investitionsbanken der einzelnen Bundesländer bieten Dir Zugang zu günstigen Krediten für Deine Gründung. Die Anforderungen sind dabei sehr human, so dass der Zugang der breiten Masse an Gründer*innen möglich ist.

Schwierig wird es allerdings, wenn Du erst einige Zeit nach Beginn Deiner Geschäftstätigkeit feststellst, dass Dein Kapital nicht ausreicht. Dann musst Du nachfinanzieren und offenbarst damit Deinem Finanzierungsgeber, dass Dir in der Anfangsphase Planungsfehler unterlaufen sind. Das spricht nicht gerade für Dich, Deine unternehmerischen Qualitäten oder dafür, Dir jetzt einen Kredit zu geben, um Dich zu retten.

Bau Deine Finanzierung!

Die Empfehlung lautet also ganz klar: Sorge von Anfang an für die notwendige und ausreichende Kapitalausstattung Deines Unternehmens!

 Auf unserer Webseite findest Du eine Übersicht über die Kredite für Gründer*innen in den einzelnen Bundesländer.

Wenn Du Unterstützung bei Deiner Finanzplanung benötigst oder Fragen zu den Finanzierungsmöglichkeiten hast, wende Dich bitte an uns. Du kannst uns einfach anrufen, eine Email senden oder ein kostenloses Info-Gespräch vereinbaren. Du kannst auch gerne bei unserem Businessplan-Seminar oder unserer offenen Fragerunde „Frag den Profi“ hereinschauen. Wir freuen uns auf Dich!